Aus dem Berufsleben
Karrieresprung mit 28 – zwischen Produktmanagement und Vertrieb
Manuel Bracker übernahm bereits mit 28 Jahren eine hohe Verantwortung bei einem Weltmarktführer – und ist von der Vielfalt seiner Arbeit beeindruckt.

Fotoquelle: LIMO / Markus-Steur.de
Dass es so schnell geht, hätte er nicht für möglich gehalten. Noch vor einigen Monaten arbeitete Manuel Bracker an seinem Master-Abschluss als Wirtschaftsingenieur – jetzt hat der 28-Jährige eine Position mit hoher Verantwortung bei der LIMO Lissotschenko Mikrooptik GmbH, dem Weltmarktführer in refraktiver Mikrooptik. Mit dieser Technik kann ein Laserstrahl effektiv geformt und gelenkt werden. Zu den Kunden gehören Industrieunternehmen aus der ganzen Welt. Manuel Bracker spricht mit ihnen über die mögliche Weiterentwicklung der Produkte. Seine Arbeit liegt zwischen Vertrieb und Produktmanagement – ein Job, der den Erfolg des Unternehmens mitbestimmt.
Ingenieur wollte Manuel Bracker schon werden, als sich seine Schulzeit im westfälischen Rheine dem Ende entgegen neigte. Weil in Ingenieursberufen eine Berufsausbildung als sehr gute Grundlage gilt, begann er zunächst eine Lehre in Mechatronik. Bracker fand die Ausbildung reizvoll, weil das Fach – eine Mischung aus Maschinenbau und Elektrotechnik – extrem vielfältig ist. Nach Abschluss der Ausbildung machte Bracker Fachabitur und begann ein Studium der Physikalischen Technik an der Fachhochschule Lübeck. Wieder entschied er sich für ein möglichst weites Feld: „Für mich ist das einer der spannendsten Studiengänge überhaupt“, sagt er. „Er reicht von Optik über Kernphysik bis hin zur Akustik.“ Seine Wahlfächer belegte er aber zunehmend in photonischen Fächern, zum Beispiel Lasertechnik oder Wellenoptik. Ein Praktikum führte in die Medizintechnik, seine Abschlussarbeit schrieb er bei einem Laserhersteller.
Aber das technische Know-How reichte Bracker noch nicht. Sein Lübecker Praktikum war im Produktmanagement angesiedelt. Ihm gefiel, dass Produktmanager sowohl die technische Entwicklung eines Produktes mitgestalten als auch den Markt kennen müssen. „Die Arbeit deckt so viele Felder ab, dass es nie langweilig wird“, sagt er. Aber wirtschaftliche Kenntnisse seien unerlässlich. Nach seinem Diplom suchte Bracker deshalb eine Möglichkeit, sich weiterzubilden. Die Fachhochschule Münster bot einen Masterstudiengang Wirtschaftsingenieur in Physikalischer Technik an – es passte perfekt. Seine Abschlussarbeit schrieb er in England in der Marketingabteilung eines Technologieunternehmens.
Als er nach Abschluss eine Stellenanzeige von LIMO entdeckte, entsprach diese genau seinem Wunsch: LIMO suchte jemanden an der Schnittstelle von Produktmanagement und Vertrieb – mit fundierter technischer und wirtschaftlicher Ausbildung. „Ein Produktmanager muss nah am Kunden sein und das Produkt gut kennen, der Vertrieb muss die Lösungen verkaufen“, sagt Bracker. Er macht beides: Er fährt zu den Kunden, bietet Produkte an und bespricht, wie das Produkt weiterentwickelt werden kann: Was kann es noch leisten? Zu welchem Preis? LIMO verkauft zum Beispiel Pumplaser, mit denen größere Systeme, zum Beispiel Faserlaser, optisch angeregt werden. Der Pumplaser liefert sozusagen die Energie, die der Ziellaser braucht. Die Laser kommen in der Materialbearbeitung zum Einsatz oder in der Medizin.
An LIMO gefällt Bracker aber nicht nur die Arbeit an innovativen Technologien. „Hier herrscht eine sehr freundschaftliche Atmosphäre zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten“, sagt er. Das Unternehmen vereine die Vorteile des Mittelstands und die eines internationalen Konzerns. „In einem mittelständischen Unternehmen hat man die Möglichkeit schnell Verantwortung zu übernehmen und arbeitet intensiv in kleinen Teams“, so Bracker. Gleichzeitig beliefere LIMO Firmen rund um den Globus – so sind Geschäftsreisen und die Zusammenarbeitet mit Kunden aus ganz unterschiedlichen Kulturkreisen an der Tagesordnung.
Für die Zukunft sieht Manuel Bracker die Optik weiterhin im Aufwind. „Optik ist unendliches Feld und steht erst am Anfang“, sagt er. „Der Laser etwa hat schon in vielen Bereichen andere Technologien verdrängt.“ Jeder Produktionsprozess, in dem viel Energie in einen Stoff geführt werden müsse, lasse sich mit Lasern ökonomischer durchführen. „Es gibt noch so viele Möglichkeiten“, so Bracker.
Und dennoch hat auch er festgestellt, dass viele Studierende wenig über die Chancen in den optischen Technologien wissen. „Meine Studienschwerpunkte gehörten immer zu den kleinsten Fachbereichen“, sagt er. „Und das obwohl es eine große Nachfrage nach Fachkräften gibt.“ Die meisten Abiturienten entscheiden sich noch immer für klassische Studiengänge wie Maschinenbau und Elektrotechnik – sie denken Optik ist nur ein ganz kleiner Bereich mit wenigen Möglichkeiten. Sie liegen falsch. Manuel Bracker beweist das Gegenteil: „Das Potential dieser Technologien ist unerschöpflich!“
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